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Bericht eines Zivildienstleistenden

Zu dieser Zivildienststelle bin ich anfangs auch nur zufällig gekommen. Ich wusste durch Freunde, welche dort gerade ihren Zivildienst leisteten, dass die Mobile Behindertenhilfe Chemnitz eigentlich immer Leute sucht, welche bereit sind, ihren Dienst dort abzuleisten. Auch waren mir die eigentlichen Einsatzgebiete unbekannt.

Nachdem ich meine Anfrage an die Einrichtung gestellt hatte, wurde ich zu einer Art Vorstellungsgespräch eingeladen. Mir wurden die einzelnen Einsatzstellen sehr genau erklärt und was dort zu tun wäre.

Zur Auswahl standen zwei verschiedene Arten von Zivildienst – der mobile Einsatz bei verschiedenen Leuten (MSHD: Mobiler sozialer Hilfsdienst) oder die rund–um–die-Uhr-Betreuung im Schichtsystem von Klienten, sei es in einer Wohngemeinschaft oder in einer individuellen Versorgung von einzelnen Personen (ISB: Individuelle Schwerstbehindertenbetreuung).

Entschieden habe ich mich für den mobilen Einsatzdienst und es auch nicht bereut. Allerdings arbeite ich auch teilweise in der ISB, als Aushilfe wenn Not am Mann ist (Krankheit oder Lehrgang von anderen Zividienstleistenden).

Meine Einsatzgebiete reichen von Einkaufen über Arbeiten im Haushalt (Staubsaugen, Wischen, Blumengiessen, Abwasch erledigen uvm.) bis hin zur Pflege der Klienten.

Das interessante an meinem “Job” ist die Tatsache, dass ich nicht nur sehr vielen Menschen begegne, sondern diese auch kennenlerne, mit all ihren Eigenheiten. Denn nicht jeder Klient ist gleich, was sich nicht nur auf das unterschiedliche Alter zurückzuführen lässt (von 9 bis 90), sondern natürlich auch auf den teilweise doch sehr differierenden Charakter, wie es eigentlich bei jedem Mensch der Fall ist.

Auch bekommt man im Umgang mit behinderten Mitmenschen ein neues Selbstverständnis, man reduziert sie nicht mehr nur auf ihre Behinderung, sondern erkennt den Menschen, welcher dahinter steht.

Leider ist diese Einstellung innerhalb der Bevölkerung zu einem Großteil noch nicht vorhanden.

Vor Dienstantritt konnte ich mich auch zu dieser Mehrheit zählen, was sich jedoch jetzt auf Grund meiner neun Monaten Zivildienst geändert hat.

Wer jetzt vielleicht noch keine Zivildienststelle hat, oder sich sogar noch nicht entschieden hat, ob Bund oder Zivildienst, der sollte ruhig mal bei der Mobilen Behindertenhilfe anfragen und sich mal anhören, was sie zu bieten hat.

Fragen kostet nichts und es lohnt sich – wirklich.

Rebwar Fadhil

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